Auf einer hohen Bastion erheben sich die Überreste der Rocca Paolina, die Papst Paul III. Antonio da Sangallo in Auftrag gab (1540). Die außergewöhnliche Bauplanung sah die Einverleibung eines ganzen Stadtviertels vor: Mitten in der Stadt liegt ein vollkommen intaktes, vom Papst zur ewigen Dunkelheit verurteiltes Fragment des Mittelalters, das heute einer der Knotenpunkte in Perugia ist. Auf der Bastion steht heute der Provinzpalast. Auf der Piazza Grande (Piazza IV Novembre) am anderen Ende des Corso und in unmittelbarer Nähe dieses Platzes konzentriert sich der größte Teil des Kunstschatzes der Stadt: In der Mitte steht der weltberühmte Brunnen „Fontana Maggiore“ mit den Basreliefs des 13. Jh. von Nicola und Giovanni Pisano; vom Kreuzgang der Kathedrale San Lorenzo (14.-15. Jh.) gelangt man in das Dommuseum, in dem man das Perugia des 14. und 15. Jh. kennen lernen kann. Ebenfalls an der Piazza Grande liegt der Palazzo dei Priori (1298-1353), in dem sich die Nationalgalerie Umbriens befindet, einer der reichsten Museumskomplexe Italiens. Im Erdgeschoss des gotischen Bauwerkes prunken die Räume des Nobile Collegio del Cambio (Geldwechslerzunft) mit der von Perugino (1496-1500) realisierten großartigen Wanddekoration, während der danebenliegende Raum Nobile Collegio della Mercanzia (Händlerzunft) eine seltene Wanddekoration aus Holz aufweist.
Der erhabene Palazzo della Penna blickt auf eine ausgesprochen vielfältige Entstehungsgeschichte und ist eine unglaubliche Summe der Epochen von den Etruskern bis heute. In seinem Museum sind unter anderem Werke von Gian Lorenzo Bernini, Antonio Canova und Joseph Beuys ausgestellt. Auf keinen Fall darf man sich Raffaellos einzige Hinterlassenschaft an die Stadt entgehen lassen: Das Freskogemälde mit der Hl. Dreifaltigkeit (Ende 15. Jh. – Anfang 16. Jh.) in der Kapelle neben der Kirche San Severo.







