» Die Tür des Toten

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In einer Zeit, in der wir mit Unbefangenheit von der Stadt mit menschlichem Maßstab sprechen, werden wir im besten Fall auf die Frage “Was ist das Tor des Toten”, antworten, dass es sich um eine Tür handelt, die nie geöffnet wird; aber sicherlich wird niemand vermuten, dass sich hinter dieser Definition, zumindest teilweise, die Geschichte der Häuser unserer alten Städte versteckt, im wahrsten Sinne des Wortes „für den menschlichem Maßstab“ gebaut. Aber dahinter steckt mehr. Es verbirgt sich dahinter einer der peinlichsten Aspekte der Tragödie der Zerstörung der römischen Zivilisation, gehasst von den frühen Christen und Barbaren, die schließlich ihre Hegemonie gekostet hatte.

In Orten des frühen Mittelalters, von Banditen Räubern, Dieben und versprengten Personen heimgesucht, ein Ergebnis der Auflösung des Römischen Reiches, wurde die Treppe zum ersten Stock aus einer einzigen Rampe gebaut, sehr steil und beginnend mit einem Treppenabsatz in der Höhe von nicht weniger als einem halben Meter über dem Straßenniveau. Um diese Höhe zu überwinden, gab es im Inneren von einem benachbarten Laden o.ä. aus zwei oder drei bequeme Stufen. Draußen, an der Straßenfront, verblieb nur die Stufe mit ca. einem halben Meter Höhe, die den Straßenkindern als Sitz zum Verweilen dienten, die die Treppe aber recht schwer zugänglich machte.

In der Tat, nach der ersten Stunde der Dunkelheit, während die Bewohner des historischen Obergeschosses sich dadurch sicher fühlten, dass das Haupttor der benachbarten Lokalität geschlossen wurde, mussten sie allerdings auch Vorsorge treffen für den Fall, dass jemand zu später Stunde ans Tor klopfte. Zu diesem Zweck wurde also das große Tor zum Erdgeschoss mit dem bequemeren Treppenaufgang im Innern verbarrikadiert, und es wurde die Tür zur schmalen Treppe geöffnet, die gerade breit genug war, um den Durchgang jeweils nur einer einzigen Person zu erlauben. Da diese auch die hohe Anfangsstufe überwinden musste, befand sich die Person in einem unsicheren Gleichgewicht und konnte so leichter zurückgedrängt werden. Es kam dadurch oft vor, dass es dabei zu einem “Toten” kam, sei es unter den Bewohnern, die den Zugang verteidigten, als auch unter denjenigen, die sich gewaltsam Eingang verschaffen wollten. Daher die erste Herkunftsbestimmung des Namens der „Tür des Toten“, von der es also ein schönes Exemplar in der Hausfront von Casa Lemmi gibt.

Später, aber es weiß niemand, wann zum ersten Mal unter diesem Namen erwähnt, wird auch eine weitere Deutung gegeben, die an die Gewohnheit anknüpft, dass bei dem Tod des Eigentümers die Tür, die vermutlich zugemauert war, aufgebrochen wurde, um den Sarg auf diesem Weg aus dem Haus zu befördern.

Dieser Brauch ergab sich eventuell aus dem Wunsch, dem Hausbesitzer ein Privileg zuteil werden zu lassen; oder auch durch die anschließende erneute Zumauerung der Möglichkeit vorzubauen, dass der Besitzer wieder zurückkehren könnte.